Fragen zu ADR & Synchron? Hier findet ihr Antworten zu den Besonderheiten von ADR-Aufnahmen und Synchronaufnahmen.
Was ist ADR?
ADR steht für Automated Dialogue Replacement. Dabei werden Dialoge aus Filmszenen nach dem Dreh im Studio neu aufgenommen. Die Schauspieler*innen sprechen einzelne Dialoge oder Dialogpassagen noch einmal ein, wenn die Originalaufnahmen nicht verwendet werden können. Manchmal werden dabei sogar nur einzelne „Atmer“, Huster oder andere kleine Geräusche neu aufgenommen. Zum Beispiel wenn:
der Originalton am Set nicht sauber genug ist
einzelne Sätze oder Wörter geändert werden müssen
Dialoge durch Geräusche, Musik oder andere Tonprobleme unbrauchbar sind
eine Szene sprachlich angepasst werden muss
Was ist der Unterschied zwischen ADR und Synchron?
Bei ADR werden Dialoge der Originalfassung nach dem Dreh neu aufgenommen. Die Schauspieler*innen sprechen ihre eigenen Dialoge erneut ein, wenn die ursprünglichen Aufnahmen nicht verwendet werden können oder einzelne Passagen geändert werden müssen. Bei der Synchronisation wird ein Film oder eine Serie in eine andere Sprache übertragen. Die Originaldialoge werden durch neu aufgenommene Dialoge in der Zielsprache ersetzt. Dabei muss der neue Text nicht nur inhaltlich und sprachlich passen, sondern auch auf die Lippenbewegungen, das Timing und das Spiel der Originalfassung abgestimmt werden. Der entscheidende Unterschied: ADR bleibt in der Originalsprache, Synchronisation überträgt den Dialog in eine andere Sprache. Bei beiden gilt: ADR und Synchron sollen nicht auffallen. Sie sollen klingen, als wären sie von Anfang an Teil des Films gewesen.
Wie läuft eine ADR-Aufnahme ab?
ADR-Aufnahmen erfordern ein spezielles technisches Setup und eine spezielle Mikrofonierung. Entscheidend ist außerdem ein akustisch geeigneter Aufnahmeraum, damit die neu aufgenommenen Dialoge möglichst genau an den ursprünglichen Ton angepasst werden können. Die Schauspieler*innen sehen dabei die entsprechende Filmszene und sprechen ihre Dialoge synchron zum Bild neu ein. Der Filmregisseur ist bei der Aufnahme dabei und gibt die entsprechenden Regieanweisungen. Aufgenommen wird mit zwei Mikrofonen. Davon ist eines ein Lavalier-Mikrofon, das an der Stirn befestigt wird, um die akustischen Bedingungen der Originalaufnahme möglichst genau nachzubilden.
Wie läuft eine Synchronaufnahme ab?
Am Anfang entsteht das Dialogbuch zum fremdsprachigen Film. Der Text wird so verfasst, dass Bedeutung, Sprachrhythmus und Lippensynchronität mit der Originalfassung funktionieren. Anschließend wird der Dialog in einzelne Takes aufgeteilt und bei den Aufnahmen an den entsprechenden Stellen im Film eingeblendet. Bei der Synchronaufnahme geht es Take für Take und Rolle für Rolle durch die Szenen. Die Synchronsprecher*innen sehen bei den Aufnahmen zum ersten Mal ihre Filmrolle. Nach einem kurzen Blick auf die Szene geht es direkt los. Dabei geht es um weit mehr als den richtigen Zeitpunkt und die Lippensynchronität. Die Sprecherinnen müssen das Spiel der Originaldarstellerinnen erfassen und ihre Rolle in der neuen Sprache weiterführen. Deshalb spricht man auch von Synchronschauspieler*innen: Sie sprechen nicht einfach einen übersetzten Text ein, sondern spielen eine Rolle – in einer anderen Sprache. Die Synchronregisseurin bzw. der Synchronregisseur achtet auf Spiel, Haltung und sprachliche Umsetzung. Die Atelier-Cutterin bzw. der Atelier-Cutter konzentriert sich darauf, dass die Aufnahmen lippensynchron zur Originalfassung sitzen.
Übernehmt ihr bei ADR und Synchronproduktionen auch die Mischung?
Ja. Je nach Projekt übernehmen wir neben den ADR- oder Synchronaufnahmen auch die Mischung. Bei Filmproduktionen kann das die komplette Filmmischung umfassen, bei Synchronproduktionen die Mischung der Synchronfassung.
Wie sorgt ihr dafür, dass ADR und Synchron wie im Original klingen?
Die neu aufgenommenen Dialoge müssen sich in die bestehende Tonspur des Films einfügen. Dafür werden sie nach der Aufnahme präzise bearbeitet und mit der vorhandenen Tonwelt der jeweiligen Szene abgestimmt. Raum, Atmosphäre, Geräusche und Musik müssen mit den neuen Dialogen wieder zu einem stimmigen Gesamtbild werden. Bei ADR geht es dabei darum, die neue Aufnahme so in die Originaltonspur zu integrieren, dass sie akustisch nicht herausfällt. Bei Synchron wird die neue Sprachfassung in die bestehende Tonwelt der Originalproduktion eingebettet. Am Ende soll nicht die neue Aufnahme hörbar sein, sondern die Szene.
Könnt ihr auch sendefertige Mischungen für unterschiedliche Ausspielungen erstellen?
Ja. Wenn wir die Mischung übernehmen, erstellen wir sie entsprechend den Anforderungen des jeweiligen Ausspielungsformats – für Kino, TV oder Streaming. Dabei berücksichtigen wir auch die entsprechenden Broadcast- und Delivery-Spezifikationen.
Können Schauspieler*innen für ADR oder Synchron remote aufgenommen werden?
Bei ADR-Aufnahmen befinden sich die Schauspieler*innen grundsätzlich in einem professionellen Tonstudio. Die spezielle Mikrofonierung und ein akustisch geeigneter Raum sind entscheidend, um die Bedingungen der Originalaufnahme möglichst genau nachzubilden. Die Regie kann bei Bedarf remote zugeschaltet werden.
Auch Synchronaufnahmen finden in der Regel im Studio statt. In Ausnahmefällen sind Remote-Aufnahmen möglich, sofern die Synchronsprecher*innen über ein entsprechend akustisch aufbereitetes Homestudio verfügen und es sich um eine sehr kurze Aufnahme handelt.